(8) Warum aus einem Original des Künstlers nicht tausend „Originale“ machen?

Eulenspiegel oder Künstler? War das nun schnöder banden- und gewerbsmäßiger Betrug - oder nicht doch eher eine im Grunde sympathische Verfehlung mit dem Flair aufregender Genialität? Ein ästhetisches Ärgernis, gewiss, aber mit Niveau, geht es doch um Malerei, um die Kunst der klassischen Moderne und jene astronomischen Summen, die auf einem irrationalen Markt Köpfe und Herzen verwirren. Man müsste beinahe ein Held sein, wollte man hier jeder Verlockung widerstehen." Quelle: DER SPIEGEL 24.10.2011

„In der Tat handelt es sich um ein nicht alltägliches Verfahren, an dem sich vermutlich die Geister scheiden", sagte der Vorsitzende Richter Wilhelm Kremer. ‚Die Angeklagten hätten weder „Brot und Wasser im dunklen Verlies verdient“, noch seien ihre Taten eine „Eulenspiegelei“.
Quelle: Urteile im Kunstfälscher-Prozess, FAZ.NET, 27.10.2011

„250 Bürger von Goslar hatten 1988 einen handsignierten Siebdruck Gerhard Richters mit einer Kerze erworben, um den Verein zur Förderung moderner Kunst e. V. zu unterstützen. Stückpreis: 50 Mark. Als rund 16 Jahre später, am 13. Mai 2004, ein Exemplar bei Sotheby’s in New York für 26 400 Dollar unter den Hammer kam, ging den Goslarer Bürgern ein Licht auf. Plötzlich tauchten lauter Exemplare von Richters Kerze auf – fast immer für einen fünfstelligen Betrag.“
Quelle: NZZ Folio 05/08 - Thema: Alles Kunst?

„Was ist überhaupt ein Original? … Viele alte Meister hatten Assistenten in ihren Werkstätten. Beispielsweise Rembrandt: Er signierte Werke, die nach seinen Entwürfen und unter seiner Aufsicht erstellt worden sind. Es war eben eine Werkstatt, die unter Rembrandts Anleitung Bilder herstellte, damals herrschte ein anderer Originalitätsbegriff als heute. … Das Kopieren von Bildern ist nicht grundsätzlich verboten, aber man darf die Kopie nicht als Original ausgeben. Der Künstler selbst kann die Kopie autorisieren, aber dann ist diese noch nicht so viel Wert wie das Original. Das Zertifikat, das der Beklagte anführt, weist das Gemälde jedoch als Original aus.“
Quelle: Jenna Günnewig - Christel Wester, WDR.de, Kultur, 10.08.2011

 

 

 

CARPE DIEM !

Allen, die denken und fühlen wie Valerie de Ville, ein kurzer Augenblick zum Innehalten und Rückbesinnen auf Alles, was sich noch nicht in barer Münze ausgezahlt hat ...

EIN GUTES NEUES JAHR!

Eulenspiegel wünscht seinen Sammlern ein erfolg- und erntereiches Jahr 2015!