(7) Warum die Straße und das Geld, das auf ihr liegt, nicht dem Schwerlastverkehr überlassen?

Gabriela Moser, Die Grünen, Österreich
"Nicht genug, dass die LKW-Lobby in Brüssel nichts unversucht lässt, um durch die Hintertür die Maß- und Gewichtsbeschränkungen für LKW auszuhebeln und damit den Gigaliner-Riesen-LKWs den Weg frei zu machen. Nun versuchen die Lobby-Platzhirsche auch in Österreich ihr Glück mit Pro-Gigaliner-Salamitaktik. Aber auch diese durchsichtigen Manöver ändern nichts daran, dass Riesen-LKW mit über 25 Meter Länge … die ökologisch vorteilhafte Bahn weiter unter Druck bringen würden.“
Quelle: 16.06.2011, http://www.gruene.at/verkehr

Umweltbundesamt Wien
„Einer aktuellen Studie zufolge könnte die EU-weite Zulassung der Riesen-Lkw zu deutlichen Verlagerungen des Verkehrs auf die Straße führen. … Laut der Studie … wären durch eine Verlagerung von der Schiene auf die Straße vor allem die Märkte für hochwertige Produkte und Containertransporte betroffen. In diesem Segment könnten bis zu 30% der Bahngütertransporte auf die Straße verlagert werden, heißt es in der Studie.“
Quelle: Umweltbundesamt Wien, 12. Mai 2009.

Matthias Wissmann
„Die Autobauer sind zurück - und zwar stärker als vor der Krise. Das findet Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie. … 'Es ist eine ungeheure Leistung, wie schnell sie da heraus gekommen sind. In diesem Jahr legt der Export von Transportern um gut 50 Prozent zu, der von schweren LKW um mehr als 40 Prozent - während der Weltmarkt um 10 Prozent steigt. Wir gewinnen also Marktanteile. … Wachsende Weltwirtschaft und Erholung in der EU lassen den Güterverkehr in den nächsten Jahren steigen - um 50 Prozent in den nächsten 15 Jahren‘.“
Quelle: Mark C. Schneider, Handelsblatt, 24.09.2010

Wie die Finanzlobby Politik macht
… Schaffen sie es nicht, die Vorhaben im Keim zu ersticken, beginnen EU-Beamte, die Gesetzesvorlagen auszuarbeiten. Dabei werden sie ununterbrochen von Branchenlobbyisten bearbeitet. Die Beamten sind nicht korrupt. Aber wenn sie monatelang nur den Industrieleuten zuhören, fangen sie an, wie die zu denken. Verbraucher- und Anlegerschützer haben schlicht nicht die Mittel, rund um die Uhr in Brüssel ihre Interessen durchzusetzen.“
Quelle: Jannis Brühl, www.sueddeutsche.de, 26.10.2011

Hugo Fessler
„70 % der alpenquerenden LKW sind Ausländer. Der Verlagerungsbericht zeigt drastisch, dass von den heutigen 1250 Strassengüterfahrzeugen der Anteil mit ausländischer Immatrikulation seit geraumer Zeit bei 70% liegt. Der Anteil reiner Transitverkehr beträgt 55%. Das Verlagerungsziel von der Hälfte ist erreichbar, besonders mit der NEAT - wenn man will. Die Schweiz ist ja nicht Mitglied der EU." Quelle: NZZ-Online 19.12.2011

Christian Müller
„Wenn Güterverkehr nicht will, muss man ihn zwingen... Da hilft nur Eins: Fahrzeit-Beschränkungen für Güterverkehr auf der Transitachse drastisch beschränken, auf Vormittags 3 Std. und Nachmittags 3 Std., keine Wochenendfahrten mehr möglich (auch nicht mit verderblichen Waren), LSVA ausnutzen! Wir können nicht von Brüssel zurückgepfiffen werden, weil wir nicht in der EU sind! - Brüssel hat genug Probleme mit der EU selber, die sollte es zuerst lösen! - Die Schweiz soll sich nicht "fremden Herren beugen"; schliesslich hat sie die NEAT auch alleine selber bezahlt!" Quelle: NZZ-Online 19.12.2011

Franz Karrer
„Realität sieht anders aus. Nur Naive glaubten an eine Verlagerung! "Just in Time" heisst die Devise heute. Lagerraum kostet und will möglichst effizient genutzt werden. Der LKWs sind zu rollenden Lagern geworden die im Gegensatz zur Bahn einiges flexibler eingesetzt werden können. Werden LKW-Fahrten verteuert, so wächst einfach die Anzahl der Lieferwagen die nicht unter die LSVA fallen und deren Chauffeuren sich an keine Ruhepausen halten müssen. Verlagerung ist ein bleibt ein Wunschtraum von Politikern und Romatikern. Auch Oesterreich hats versucht am Brenner zu verlagern und wurde - wenn wunderts - von Brüssel zurückgepfiffen." Quelle: NZZ-Online 19.12.2011

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CARPE DIEM !

Allen, die denken und fühlen wie Valerie de Ville, ein kurzer Augenblick zum Innehalten und Rückbesinnen auf Alles, was sich noch nicht in barer Münze ausgezahlt hat ...

EIN GUTES NEUES JAHR!

Eulenspiegel wünscht seinen Sammlern ein erfolg- und erntereiches Jahr 2015!