(Di Koe; Bad Homburg,8. Juni 2011)

Hat man den Einstieg gefunden, entstehen vor dem geistigen Auge des Lesers schon bald starke Assoziationen bezüglich der Gesellschaft, in der wir leben, zum Weltbild, welches wir teilen und zu den Phantomen, denen wir bisweilen hinterherjagen.

Es kommt dabei ganz auf den Betrachter selber an, denn Stefan Halle klagt nicht an und verurteilt nicht, sondern führt den Leser subtil durch die verschiedensten Versuchungen dieser Welt, zeigt spielerisch und nachdenklich zugleich auf, wo überall die Gefahr lauert, korrumpiert zu werden. Denn Macht und Reichtum korrumpieren bekanntlich. Der Titel des Buches ist daher sicherlich nicht umsonst gewählt: Im Ping Pong - Spiel zwischen der Hauptperson Valerie und Till erkennen wir uns selbst im Spiegelbild. Doch nur, wenn wir das wollen; denn Stefan Halle's Buch endet sozusagen ergebnisoffen, auf alle Fälle versöhnlich. Ganz nebenbei lernt man allerlei Interessantes und Kurioses zu dem durchgängig "Alpenland" genannten Ort des Geschehens kennen. Dass zum Beispiel am Piz Lunghin im Kanton Graubünden mit der Julia, der Mera und dem Inn drei Flüsse entspringen, die gleich drei verschiedenen Meere speisen, war mir bisher ebenso unbekannt, wie die Tatsache, dass man auf zweieinhalbtausend Meter Höhe erlesener Gourmetfreuden fröhnen kann. Details, die sich in das Gesamtgemälde einfügen und die Eindrücke beim Leser verstärken. Die Handlung ist schlüssig und ohne Brüche und führt zu einem klassischen Spannungsbogen. Ein absolut lesenswertes Buch, das sich zudem durch schön formulierte Sätze auszeichnet.

CARPE DIEM !

Allen, die denken und fühlen wie Valerie de Ville, ein kurzer Augenblick zum Innehalten und Rückbesinnen auf Alles, was sich noch nicht in barer Münze ausgezahlt hat ...

EIN GUTES NEUES JAHR!

Eulenspiegel wünscht seinen Sammlern ein erfolg- und erntereiches Jahr 2015!